7/ 10 Punkten · Bewertung · Brettspiel · Rezension

Sheep & Thief – Rezension

Das Erste, was mir ins Auge fiel, als wir Sheep & Thief auspackten war, dass die Grafik innen genauso und sogar noch niedlicher ist als außen. Ich würde sagen, dass es eine der süßesten Grafiken hat, die ich je gesehen habe. Da falle ich wohl auf die Kindchen- Schema- Falle rein. Egal warum, ich finde die Grafik toll. Wenn ihr eine andere Meinung zur Grafik lesen wollt, dann schaut doch mal hier.

Sheep & Thief kleines BildVerlag: Pegasus
Autor: Yuichi Sakashita
Illustrator: Wee Yee Chong
Spieleranzahl: 2- 4
Alter: 8+
Zeit: 20 -40 Minuten
Jahr: 2017

Sheep & Thief ist relativ neu in unserer Spielesammlung. Wir haben es aber schon einige Male gespielt.
Der Spieler will durch Legen von Karten auf seinem 4 x 4 großen Feld Wege, Schafe, Füchse, Flüsse und Hunde möglichst so organisieren, dass viele Punkte dabei herausspringen.
Wie immer wird hier keine genaue Erklärung erfolgen. Für eine genauere Erklärung schaut doch mal hier oder hier.

Letztlich legen die Spieler jedenfalls die Karten neben schon ausgelegten Karten passend an. Schafe auf den Karten werden direkt als Holz-Schaf daraufgestellt, diese können von Hunden bewegt und von Füchsen gefressen werden.
Der Clou an dem Fuchs ist der, dass jeder Spieler die Fuchsfigur auf dem gleichen Feld seines Spielfelds stehen hat. Wenn ein Spieler eine Karte mit einem Fuchs ausspielt, dann bewegt dieser den Fuchs auf seinem Feld. Auf den Feldern der Mitspieler wird dieser genauso auch bewegt und im Optimalfall erlegt der Fuchs dabei ein Schaf. Diese Schafe bekommt dann der Spieler, der den Fuchs bewegt hat in sein Gatter. Diese Punkte sind dann für den Spieler sicher.
Wie kommen die Spieler an die Karten fragt ihr euch vielleicht? Das geschieht durch einen Drafting-Mechanismus, in dem die Spieler jeweils vier Karten bekommen, eine behalten und drei weitergeben. Dafür bekommt der Spieler die Karten eines Mitspielers, sucht sich eine davon aus und gibt zwei weiter und so weiter bis jeder Spieler vier Karten hat.

Grafik

Zur Grafik habe ich ja schon was geschrieben. Einfach unglaublich niedlich. Besonders schön sind dabei die Details der Schäfchen, die auf ein Tablet gucken, aus dem Rücken eines anderen Schäfchen etwas stricken oder auch nur angeln. Außerdem ist der Hund im Trenchcoat mit roter Fliege mit einem Universalwerkzeug in der Hand und der Tardis im Rücken zu gut. Who Wer noch nicht weiß wer gemeint ist, hat die Serie wohl nicht gesehen. (So wie ich, die nur wenige Folgen gesehen hat und das unbedingt nachholen muss)

Unsere Spiele

Wir haben, außer in einem Spiel, immer zu zweit gespielt. Das eine Spiel war eine Runde zu dritt. Uns hat beides Spaß gemacht, jedoch fühlt es sich zu zweit taktischer an.
In unseren Spielen war es nicht möglich durch eine einzelne Strategie zu gewinnen. Nur auf den Fuchs zu gehen und diesen zu bewegen, um Schafe zu fangen, führt jedenfalls nach meiner Erfahrung im Spiel zu zweit nicht zum Sieg, kann den Gegner, wenn er nicht aufpasst aber durchaus ärgern. Ein bisschen vergleichbar mit den Militär- und Wissenschaftssiegen in 7 Wonders: Duel, da auch diese letztlich nur möglich sind, wenn der Gegner nicht aufpasst oder ein höheres Risiko geht, aber trotzdem eine realistische Möglichkeit sind.

Fazit

Sheep & Thief ist eine Mischung aus card drafting und tile laying, wobei für mich das drafting der wichtigere Mechanismus ist. Relativ oft steht dann mit den gedrafteten Karten nämlich quasi fest wohin ich sie setze, da man durch die Legeregeln (zumindest wenn man Flussteile verbaut hat) doch recht stark eingeschränkt werden kann. Wie schon erwähnt fühlt sich das Spiel zu zweit taktischer an und der Fuchs dürfte erst im Spiel zu mehr Spielern wirklich wichtig werden. Schon im Spiel zu dritt kam er bei uns häufiger Schafe klauend zum Einsatz. Leider kann es teilweise sehr frustrieren, wenn man nicht die benötigten Karten bekommt. Durch das Drafting hat man ein wenig mehr Einfluss auf die Karten, die man dann behält, aber nur minimal. Es ist deshalb also viel Glück bei der Kartenvergabe dabei. Bei mehr Spielern ist natürlich ein größerer Kartenpool in jeder Runde vorhanden, aber dafür darf man jedes Mal nur eine Karte behalten.
Trotzdem bleibt Sheep & Thief ein schnelles Spiel, weswegen es nicht allzu sehr ins Gewicht fällt, wenn man einmal das Gefühl hat auf den Sieg bei einem Spiel keinen wirklichen Einfluss zu haben. Es fühlt sich trotzdem immer entspannt an.
Negativ zu nennen ist, dass die Zielkarten meist recht wenig Einfluss auf den Spielausgang haben und wenig Variabilität bringen. Allerdings macht die Schwarzes Schaf Variante viel Spaß. Bei dieser startet ein schwarzes Schaf auf der Startkarte und je weiter dieses bewegt wird, desto mehr Punkte bringt dies am Ende ein. Wird das schwarze Schaf aber vom Fuchs gefangen, kommt es wieder ganz an den Anfang zurück und die Bewegungskarten wurden völlig verschwendet.

Ich spiele Sheep & Thief immer wieder gerne, es ist allerdings keines von den Spielen, nach denen ich denke „Wow, was für ein tolles, innovatives Spiel. Unglaublich“. Als Filler ist es aber auf jeden Fall gut geeignet und wird von uns gerne gespielt. Wie lange das Spiel dann letztlich auf Dauer motiviert wird sich auch noch zeigen müssen. Vielleicht mache ich mal in ein paar Monaten eine Nachbetrachtung dazu.

7/10

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