7/ 10 Punkten · Bewertung · Brettspiel · Rezension

Super Motherload

Super Motherload ist ein Brettspiel mit Deckbaumechanismus. Ich rezensiere hier die englische Version, die wir zuhause haben. Die Anleitung ist also auf englisch. Das Material selbst ist allerdings sprachneutral.

Super Motherload kleinVerlag: Roxley
Autor: Gavan Brown & Matt Tolman
Spieleranzahl: 2- 4
Alter: 14+
Zeit: 60 Minuten
Jahr: 2015

Thematisch sind wir auf dem Mars und die Solarus Kooperation hat eine Quelle für seltene Rohstoffe gefunden. Wir sind die Anführer einer Crew Pod-Piloten, die diese Rohstoffe abbauen. Wir haben die Erlaubnis den Profit in unsere Piloten zu investieren, um diese zu trainieren und ihre Fähigkeiten zu verbessern.

Super Motherload Spielaufbau

In der Realität bedeutet dies, dass jeder Spieler vier verschieden farbige (rot, blau, gelb und bunt) Decks vor sich liegen hat. Diese unterscheiden sich in ihren Fähigkeiten. Das Startdeck aber ist bei allen Spielern gleich. Jeder Spieler hat jede Runde zwei Aktionen und kann mit diesen entweder Karten von der Hand ausspielen oder zwei Karten nachziehen. Der Spieler kann gleichfarbige Karten zusammen abspielen, um dann mit jedem Bohrsymbol ein Feld in den Boden zu bohren. Die Symbole, die dabei abgedeckt werden, darf der Spieler dann nutzen. Meist sind dies verschiedene Rohstoffe, die unterschiedlich viel wert sind. Diese können dann (alle auf einmal) auf eines der vier Decks gelegt werden. Sobald der angegebene Wert erreicht ist, wird die jeweilige Karte damit gekauft und der Effekt, der unten auf der Karte angegeben ist, ausgeführt. Dann kommt die Karte auf den Ablagestapel und gehört dann ab dem nächsten Mischen in den Nachziehstapel.

Super Motherload Spielaufbau 2

Ganz so einfach ist es allerdings nicht.
Denn die Tunnel, die man gräbt, müssen einige Regeln befolgen. Wenn die Felder rot umrandet sind, kann dort nur mit roten Karten gegraben werden. In den anderen Farben ebenso. Wenn dort Steine liegen, kann dort nur gesprengt werden oder mit einem bestimmten Bohrsymbol gebohrt werden.

Super Motherload Spielkarten

Ich will hier nicht zu sehr in die Tiefe gehen, aber es gibt neben dem Deckbaumechanismus also auch einen Teillegemechanismus, die eng miteinander zusammenhängen. Mein Deck verbessere ich mit den „erbohrten“ Teilen und die Karten benötige ich wiederum um effektiver bohren zu können. Beides will also durchdacht werden. Das Spiel endet, wenn alle Artefakt-Teile abgebaut wurden. Solche gibt es nämlich auch noch auf dem Brett. Diese geben beim Überbohren jeweils einen speziellen Chip, der verschiedene einmalige Boni bzw. Siegpunkte fürs Spielende bringen kann. Der Gewinner ist überraschenderweise derjenige, der die meisten Siegpunkte sammelt. Je teurer die erworbenen Karten sind, desto mehr Siegpunkte bringen diese. Außerdem haben die teureren Karten natürlich auch bessere Fähigkeiten und bauen somit das Deck besser aus. Wenn bestimmte Kartenzusammensetzungen oder Rohstoffverteilungen erfüllt sind, können die Spieler, während des Spiels außerdem silberne oder goldene Zielkarten erfüllen, die auch noch viele Punkte bringen können. (Minor oder Major Goals)

Super Motherload Ziele

Grafik

Die Illustrationen sind comicartig und recht speziell. Mir persönlich gefallen sie leider nicht so gut. Ich finde sie nicht schrecklich, aber ich mag sie auch nicht. Die verschiedenen Figuren sind auf jeden Fall markant und anders als in vielen anderen Spielen. Trotzdem gefällt sie mir einfach nicht. Ist aber natürlich Geschmackssache.

Super Motherload Detail Karte

Unsere Spielerfahrung

Wie immer haben wir Super Motherload bei unseren knapp 15 Spielen größtenteils zu zweit gespielt. Ich verliere meist immer. Das passiert mir aber ohnehin häufig, von daher ist es nicht ungewöhnlich. Drei Spiele waren zu dritt. Das Spiel unterscheidet sich dabei nicht besonders und ist ein relativ schnell zu spielendes (normalerweise unter einer Stunde), besonderes Deckbauspiel.

Fazit

Ich spiele Super Motherload immer wieder gerne, schlag es aber nicht selbst vor.
Die Illustrationen sind nicht meins und ich bekomme einfach nicht den Dreh raus, um ein gutes Spiel zu spielen. Selbst, wenn ich denke, dass es gut läuft, verliere ich am Ende. Wie schon erwähnt, passiert mir das häufig, aber hier habe ich noch NIE gewonnen. Ich vermute mal, dass das auch Einfluss auf meine Bewertung hat. Ich weiß, dass Super Motherload vielen Spielern sehr gut gefallen könnte , mir „nur“ gut. Zum Glück sind Geschmäcker bekanntlich verschieden.
Mir gefällt der Tunnelbau/ Grabmechanismus. Ich plane auch gerne welche Karten ich wann spiele um wann welche Tunnel zu graben.
Mir gefällt auch die Möglichkeit Ziele zu erfüllen. Dadurch können sich die Spieler schon zwischendurch Siegpunkte schnappen und man hat konkrete Aufgaben, auf die man hinarbeiten kann. Außerdem finde ich auch die Verbesserungsmöglichkeit des Decks durch die Verteilung der Rohstoffe gut. Ich finde es spannend zu überlegen wo ich welchen Rohstoff hinlegen sollte. Durch die kleinen Belohnungen, die sofort beim Kauf eintreten, haben verschiedene Entscheidungen auch verschiedene Ergebnisse.
Alles in Allem gefallen mir alle Mechanismen. Trotzdem bekommt es bei mir keine hohe Wertung.
Das liegt am Spielgefühl und für mich fehlt ein wenig der Fluss. Irgendwie fehlt mir das gewisse Extra, aber ich kann trotzdem jedem, der Deckbauspiele gerne mag, empfehlen das Spiel zumindest mal auszuprobieren.

 

7/10

 

7/ 10 Punkten · Bewertung · Brettspiel · Rezension

Sheep & Thief – Rezension

Das Erste, was mir ins Auge fiel, als wir Sheep & Thief auspackten war, dass die Grafik innen genauso und sogar noch niedlicher ist als außen. Ich würde sagen, dass es eine der süßesten Grafiken hat, die ich je gesehen habe. Da falle ich wohl auf die Kindchen- Schema- Falle rein. Egal warum, ich finde die Grafik toll. Wenn ihr eine andere Meinung zur Grafik lesen wollt, dann schaut doch mal hier.

Sheep & Thief kleines BildVerlag: Pegasus
Autor: Yuichi Sakashita
Illustrator: Wee Yee Chong
Spieleranzahl: 2- 4
Alter: 8+
Zeit: 20 -40 Minuten
Jahr: 2017

Sheep & Thief ist relativ neu in unserer Spielesammlung. Wir haben es aber schon einige Male gespielt.
Der Spieler will durch Legen von Karten auf seinem 4 x 4 großen Feld Wege, Schafe, Füchse, Flüsse und Hunde möglichst so organisieren, dass viele Punkte dabei herausspringen.
Wie immer wird hier keine genaue Erklärung erfolgen. Für eine genauere Erklärung schaut doch mal hier oder hier.

Letztlich legen die Spieler jedenfalls die Karten neben schon ausgelegten Karten passend an. Schafe auf den Karten werden direkt als Holz-Schaf daraufgestellt, diese können von Hunden bewegt und von Füchsen gefressen werden.
Der Clou an dem Fuchs ist der, dass jeder Spieler die Fuchsfigur auf dem gleichen Feld seines Spielfelds stehen hat. Wenn ein Spieler eine Karte mit einem Fuchs ausspielt, dann bewegt dieser den Fuchs auf seinem Feld. Auf den Feldern der Mitspieler wird dieser genauso auch bewegt und im Optimalfall erlegt der Fuchs dabei ein Schaf. Diese Schafe bekommt dann der Spieler, der den Fuchs bewegt hat in sein Gatter. Diese Punkte sind dann für den Spieler sicher.
Wie kommen die Spieler an die Karten fragt ihr euch vielleicht? Das geschieht durch einen Drafting-Mechanismus, in dem die Spieler jeweils vier Karten bekommen, eine behalten und drei weitergeben. Dafür bekommt der Spieler die Karten eines Mitspielers, sucht sich eine davon aus und gibt zwei weiter und so weiter bis jeder Spieler vier Karten hat.

Grafik

Zur Grafik habe ich ja schon was geschrieben. Einfach unglaublich niedlich. Besonders schön sind dabei die Details der Schäfchen, die auf ein Tablet gucken, aus dem Rücken eines anderen Schäfchen etwas stricken oder auch nur angeln. Außerdem ist der Hund im Trenchcoat mit roter Fliege mit einem Universalwerkzeug in der Hand und der Tardis im Rücken zu gut. Who Wer noch nicht weiß wer gemeint ist, hat die Serie wohl nicht gesehen. (So wie ich, die nur wenige Folgen gesehen hat und das unbedingt nachholen muss)

Unsere Spiele

Wir haben, außer in einem Spiel, immer zu zweit gespielt. Das eine Spiel war eine Runde zu dritt. Uns hat beides Spaß gemacht, jedoch fühlt es sich zu zweit taktischer an.
In unseren Spielen war es nicht möglich durch eine einzelne Strategie zu gewinnen. Nur auf den Fuchs zu gehen und diesen zu bewegen, um Schafe zu fangen, führt jedenfalls nach meiner Erfahrung im Spiel zu zweit nicht zum Sieg, kann den Gegner, wenn er nicht aufpasst aber durchaus ärgern. Ein bisschen vergleichbar mit den Militär- und Wissenschaftssiegen in 7 Wonders: Duel, da auch diese letztlich nur möglich sind, wenn der Gegner nicht aufpasst oder ein höheres Risiko geht, aber trotzdem eine realistische Möglichkeit sind.

Fazit

Sheep & Thief ist eine Mischung aus card drafting und tile laying, wobei für mich das drafting der wichtigere Mechanismus ist. Relativ oft steht dann mit den gedrafteten Karten nämlich quasi fest wohin ich sie setze, da man durch die Legeregeln (zumindest wenn man Flussteile verbaut hat) doch recht stark eingeschränkt werden kann. Wie schon erwähnt fühlt sich das Spiel zu zweit taktischer an und der Fuchs dürfte erst im Spiel zu mehr Spielern wirklich wichtig werden. Schon im Spiel zu dritt kam er bei uns häufiger Schafe klauend zum Einsatz. Leider kann es teilweise sehr frustrieren, wenn man nicht die benötigten Karten bekommt. Durch das Drafting hat man ein wenig mehr Einfluss auf die Karten, die man dann behält, aber nur minimal. Es ist deshalb also viel Glück bei der Kartenvergabe dabei. Bei mehr Spielern ist natürlich ein größerer Kartenpool in jeder Runde vorhanden, aber dafür darf man jedes Mal nur eine Karte behalten.
Trotzdem bleibt Sheep & Thief ein schnelles Spiel, weswegen es nicht allzu sehr ins Gewicht fällt, wenn man einmal das Gefühl hat auf den Sieg bei einem Spiel keinen wirklichen Einfluss zu haben. Es fühlt sich trotzdem immer entspannt an.
Negativ zu nennen ist, dass die Zielkarten meist recht wenig Einfluss auf den Spielausgang haben und wenig Variabilität bringen. Allerdings macht die Schwarzes Schaf Variante viel Spaß. Bei dieser startet ein schwarzes Schaf auf der Startkarte und je weiter dieses bewegt wird, desto mehr Punkte bringt dies am Ende ein. Wird das schwarze Schaf aber vom Fuchs gefangen, kommt es wieder ganz an den Anfang zurück und die Bewegungskarten wurden völlig verschwendet.

Ich spiele Sheep & Thief immer wieder gerne, es ist allerdings keines von den Spielen, nach denen ich denke „Wow, was für ein tolles, innovatives Spiel. Unglaublich“. Als Filler ist es aber auf jeden Fall gut geeignet und wird von uns gerne gespielt. Wie lange das Spiel dann letztlich auf Dauer motiviert wird sich auch noch zeigen müssen. Vielleicht mache ich mal in ein paar Monaten eine Nachbetrachtung dazu.

7/10