9/ 10 Punkten · Bewertung · Brettspiel · Rezension

Qwixx – schnelle Würfelspiele Teil 1

Ab heute wird für drei Wochen eine kleine Würfelspielreihe starten. Teil 1 meiner Reihe kleiner Würfelspiele, die wir schon wirklich oft gespielt haben ist: Qwixx.

Qwixx kleinVerlag: Nürnberger Spielkartenverlag (NSV)
Autor: Steffen Benndorf
Spieleranzahl: 2 – 5
Alter: 8+
Zeit: 10 – 15 Minuten
Jahr: 2012

Wie geht es?

Qwixx spielt sich denkbar einfach. Jeder Spieler hat ein Blatt aus dem Spielblock und einen Stift vor sich. Nacheinander sind die Spieler an der Reihe und würfeln dabei die sechs Würfel. Von den Würfeln sind zwei weiß und die anderen vier rot, blau, grün und gelb. Der Spieler, der gewürfelt hat, sagt die Zahl der weißen Würfel an und alle Spieler dürfen diese Zahlen in eine beliebige Reihe eintragen. Der Trick an der Sache ist, dass sobald eine Zahl angekreuzt wurde, keine Zahl links davon mehr angekreuzt werden darf.

Qwixx Inhalt
Der Spieler, der an der Reihe ist, darf dann zusätzlich eine Zahl eintragen, die er aus einem weißen und einem bunten Würfel bildet. Diese Zahl darf dann in die passende Farbreihe eingetragen werden.
Das Spiel ist beendet, wenn zwei Reihen abgeschlossen sind und damit dann auch die beiden passenden farbigen Würfel aus dem Spiel genommen werden.
Eine Reihe ist abgeschlossen, wenn die letzte Zahl der Reihe gewürfelt und eingetragen wird. Dies ist aber nur dann erlaubt, wenn mindestens fünf Kreuze in dieser Reihe gemacht wurden. Der- oder diejenigen Spieler, der oder die (gleichzeitig) ein Kreuz auf der letzten Zahl machen, dürfen dann auch noch das Schloss am Ende der Reihe abkreuzen.
Der Spieler, der an der Reihe ist, muss immer eine Zahl eintragen. Zuerst die Zahl der weißen Würfel, dann die der bunten. Er muss nicht beide Zahlen eintragen, kann es aber. Wenn er keine Zahl nutzen kann, dann muss der Spieler einen Fehlwurf nehmen und dort ein Kreuz machen. Wenn ein Spieler vier Fehlwürfe hat, dann ist das Spiel auch beendet.

Wer gewinnt?

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt. Am Ende des Spieles ermitteln alle Spieler ihre Punkte, indem sie alle ihre Kreuze zählen. Für die Anzahl der Kreuze gibt es pro Farbe Punkte, wobei es sich mehr lohnt viele Kreuze bei einer Farbe zu haben, als dieselbe Anzahl verteilt auf mehrere Farben. Von den sich daraus ergebenden Punkten werden noch die Kreuze für Fehlwürfe (pro Kreuz -5 Punkte) abgezogen und so hat jeder Spieler seine Endpunktzahl ermittelt.

Meine Meinung

Ich spiele total gerne Qwixx und zwar immer wieder. Das sieht man auch gut an der wirklich abgespielten Verpackung und den sehr dünnen Blöcken.
Wir haben verschiedene Blöcke und haben diese schon sehr viel gespielt. Auf einigen Blöcken sind kaum noch Blätter.
Das liegt vor Allem daran, dass Qwixx total schnell gespielt ist und dabei Spaß macht. Wie bei jedem Würfelspiel ist viel Glück dabei, aber bei 10- 15 Minuten Spielen ist das zu verkraften. Toll ist, dass alle Spieler immer etwas zu tun haben. Auch wenn der Mitspieler an der Reihe ist, kann ich die weißen Würfel eintragen. Der Spieler, der an der Reihe ist, hat natürlich mehr Überlegungen und kann durchaus auch einen etwas längeren Zug machen, wenn er genau durchdenkt welche Zahlenkombinationen möglich sind und, ob die Zahl eingetragen wird oder nicht bzw. ob ein Fehlwurf genommen wird oder nicht.

Obwohl alle Spieler immer etwas zu tun haben, ist das Spiel nicht interaktiv und die Spieler nehmen keinen Einfluss auf die anderen Spielen. So nimmt man dem Gegner auch nicht die Würfel oder ähnliches.
Qwixx kann eigentlich mit jeder Gruppe gespielt werden. Es hat nicht viele Regeln und diese sind leicht verständlich. Es macht schnell Spaß und keiner langweilt sich. Es ist ein toller Absacker und ein toller Füller. Wir spielen es sehr gerne auch nebenbei während wir eine Serie schauen oder auch mal im Urlaub.
Ich bin ohnehin ein Fan von Würfelspielen und empfehle Qwixx voll und ganz.

8/10 Punkte

9/ 10 Punkten · Bewertung · Brettspiel · Rezension · Spiel des Jahres 2017 Nominierung

Spiel des Jahres 2017: Kingdomino

Kingdomino ist ein Plättchen-Lege-Spiel, in dem 2 bis 4 Spieler mit dominoartigen Steinen versuchen möglichst viele Punkte mit ihrem Königreich zu erreichen.

Verlag:Kingdomino Packung Pegasus
Autor: Bruno Cathala
Illustrator: Cyril Bouquet
Spieleranzahl: 2- 4
Alter: 8+
Zeit: 15- 30 Minuten
Jahr: 2017

Kingdomino habe ich das erste mal auf der Spiel in Essen 2016 gespielt und es hat mir sofort gut gefallen. Die Regeln sind schnell erklärt und das Spiel ebenfalls schnell gespielt. Deshalb spielten wir auch sofort 2 Runden am Erklärbär-Tisch. Das Spiel wurde natürlich auch gekauft.

Grundsätzlich sucht der Spieler zuerst eines von vier ausliegenden Plättchen aus und legt dieses dann an sein Königreich an. Die qualitativ hochwertigen Plättchen sind zweigeteilt und jede Seite zeigt unterschiedliches Terrain. Wie aus Domino bekannt, können neue Plättchen nur an gleiches Terrain angelegt werden. Der Startpunkt ist das eigene Schloss, an das alle Terrains angelegt werden dürfen.
Punkte werden durch große Gebiete eines Terrains mit möglichst vielen Kronen erreicht, da Kronen mit Größe mal genommen werden.
Das Königreich der Spieler darf allerdings nicht größer werden als 7×7.

Kindomino Feld von oben
Foto: (Brett)Spielerfrau

Die Spieler können durch die Varianten „Harmonie“ und „Reich der Mitte“ weitere Punkte machen, indem sie alle ihre Spielsteine anlegen (keine Steine ablegen müssen, weil diese über das 7×7- Feld hinausgehen) bzw. sich ihr Schloss genau in der Mitte des Feldes befindet.

Spannend ist außerdem der Auswahlmechanismus der Plättchen.
Wie erwähnt liegen immer vier Plättchen aus. Diese werden von klein nach groß, entsprechend der Zahlen auf ihren Rückseiten sortiert ausgelegt. Auf jedem dieser Plättchen steht am Anfang ein Meeple von jedem Spieler (bei zwei Spielern je 2 Meeple). Jede Runde werden dann 4 neue Plättchen ausgelegt, die wieder sortiert auf dem Tisch liegen. Der Spieler, dessen Meeple auf der kleinsten Zahl steht, darf dann als erster wählen welches neu ausgelegte Plättchen er in der nächsten Runde anbauen möchte. Er nimmt sich dann das Plättchen, auf dem sein Meeple vorher stand und baut dieses an sein Königreich an.
Der Clou dabei ist natürlich, dass die Plättchen mit vielen Kronen, die also am Ende mehr Punkte bringen auch höhere Zahlen haben. Wer also ein Plättchen wählt, das viele Punkte bringt, ist in der nächsten Runde später dran bei der Auswahl.

Und jetzt habe ich schon viel mehr erklärt, als ich geplant hatte. Um das Spiel komplett zu verstehen, helfen immer Bilder gut. Deshalb empfehle ich euch, wenn ihr mehr wissen wollt, nach einem Erklärvideo zu suchen oder schaut euch das Video hunterundcron oder von rahdo an. Die Regeln sind aber auch problemlos mit dem Regelheft zu lernen.

Grafik

Die Grafik ist ansprechend und sehr detailliert und liebevoll gestaltet. Auf den ersten Blick wirken die Teile wie „Standard“ Wasser- Wiese- Getreide-Illustrationen. Auf den zweiten Blick kann man im Sumpf ein Ungeheuer entdecken, auf der Wiese den Schatten eines Drachens und im Wald kämpft ein möglicherweise bekannter Hobbit Jemand mit Stich einem leuchtenden Schwert gegen Kankra eine Riesenspinne.

Kingdomino Teil Wald mit Hobbit
Foto: (Brett)Spielerfrau

 

Unsere Spielerfahrung

Wir spielen Kingdomino immer mit den beiden genannten Varianten, die das Spiel, meiner Meinung nach, bereichern.
Hervorheben möchte ich auch die Variante „Das große Duell“. Dieses kann nur zu 2 gespielt werden, aber es werden alle Plättchen genutzt und nicht, wie sonst 12 pro Person. Dadurch weiß man genau welche Teile noch kommen und kann anders planen. Das Spiel dauert aber auch länger.

Bisher hat mir jedes Spiel in jeder Besetzung Spaß gemacht. Die Spiele sind schnell gespielt und auch gut neben viel Quatschen machbar.
Meistens haben wir das Spiel zu zweit gespielt. Der Nachteil dabei ist, dass nicht alle Teile im Spiel sind, weshalb schwieriger zu planen ist.
Wenige Spiele haben wir zu dritt gespielt. Dabei sind natürlich auch nicht alle Teile im Spiel, aber es fällt weniger ins Gewicht, als im Zwei-Spieler-Spiel.
Insgesamt ist das für uns aber kein wirklicher Nachteil, da bei einem 15-Minuten-Spiel ein gefühlter „Push-your-luck“-Mechanismus für uns kein Problem ist.
Noch weniger Spiele haben wir zu viert gespielt. Die zwei Mitspieler waren zwei Wenig-Spieler mit raschem Auffassungsvermögen. Für Beide war es gar kein Problem einzusteigen und einer der Beiden gewann sogar, obwohl mein Mann und ich das Spiel vorher einige Male gespielt hatten.

Die Regeln sind einfach, klar und ebenso einfach umsetzbar. Trotzdem gibt es harte Entscheidungen zu treffen. Möchte ich wirklich unbedingt dieses Teil und bin in der nächsten Runde erst als Letzter dran und habe dann keine Wahl, sondern muss das übriggebliebene Plättchen nehmen?!

Kingdomino Feld seitlich
Foto: (Brett)Spielerfrau

 

Fazit

Klare, einfache Regeln garantieren einen schnellen Einstieg und Spaß für jedes Alter. Es ist eine ordentliche Portion Glück mit im Spiel, die das Spiel aber nicht allein bestimmt.

Der Bietmechanismus, die liebevolle Grafik und die Varianten machen das Spiel zu etwas Besonderem.

Ich spiele Kingdomino jederzeit gern und kann es Jedem nur empfehlen. Ich freue mich sehr, dass es auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres steht, was es voll und ganz verdient hat.

9/10 Punkten