Allgemein · Brettspiel · Ersteindruck

Ersteindruck Dice Forge

Dice Forge ist ein Dice Crafting, also ein Würfelbau- Spiel. Das ist schon mal direkt eine coole und innovative Prämisse.

Erst letzte Woche habe ich einen Ersteindruck zum letzten neuesten Spiel geschrieben und schon gibt es ein neues neuestes Spiel.
Dice Forge ist bei uns eingezogen.

Dice Forge Box kleinVerlag: ursprünglich Libellud; im deutschen Vertrieb Asmodee
Autor: Régis Bonnessée
Spieleranzahl: 2 – 4
Alter: 10+
Zeit: 45 Minuten

Wir haben mittlerweile drei Partien Dice Forge gespielt und ich fühle mich bereit einen Ersteindruck für euch zu verfassen.
In Dice Forge sind die Spieler Helden, die zu einem Halbgott werden wollen um so in die Reihen der Götter aufzusteigen. Die Götter haben einen Platz frei und nehmen den Helden auf, der die meisten bzw. die stärksten oder prestigeträchtigsten Monster besiegt.
Diese Monster oder Gegner bringen Ruhmespunkte ein und werden von den Helden durch Würfel besiegt. Oder eher durch die Ressourcen, die mit den Würfeln gesammelt werden.

Dice Forge Brett
Foto: (Brett)Spielerfrau

Jeder Spieler startet mit zwei Würfeln, die eine leicht unterschiedliche Farbe haben (die nur bei gutem Licht wirklich auseinanderzuhalten sind). Diese Würfel haben bei jedem Spieler die gleichen Startseiten. Die Seiten sind aber austauschbar. Für gesammeltes Gold können die Spieler neue Seiten kaufen, wodurch man seinen Würfel verbessern kann (und muss). Mit gesammelten Sonnen- und Mondsplittern werden verschiedene Monster besiegt und mit diesen werden Ruhmespunkte, aber auch einmalige oder dauerhafte Effekte gesammelt.
Die gesammelten Sonnen- und Mondsplitter und auch das Gold und die Ruhmespunkte werden auf einem Tableau markiert.

Dice Forge Spielertableau
Foto: (Brett)Spielerfrau

Nach neun Runden ist das Zwei-Spieler-Spiel zu Ende und die Ruhmespunkte werden gezählt. Der Spieler mit den meisten Ruhmespunkten gewinnt.

Mein Eindruck

Ich muss sagen, dass ich die Idee total genial finde, dass man Würfel „baut“ und somit für sich anpasst. Letztendlich ist dies natürlich ein Mechanismus, der etwas an ein Deckbauspiel. Der Unterschied ist, dass die Spieler in einem Deckbauspiel normalerweise sicher sein können, dass die Karten irgendwann auftauchen. In einem Würfelspiel kann ein Spieler natürlich nie sicher sein, dass der Würfel irgendwann auch die eben gekaufte super Seite zeigen wird. Möglicherweise kauft man eine Würfelseite und diese wird nie gewürfelt.
Das ist ein Risiko, das bei einem Würfelspiel aber immer besteht. Ich persönlich mag Würfelspiele sehr gern und habe daher auch keine Probleme mit dem dadurch bestehenden Glücksfaktor (den man ja ohnehin auch vorher schon kennt).

Das Material und vor allem das Inlay muss wirklich noch lobend erwähnt werden.
Jedes Teil hat seinen Platz und die Verpackung wird auch im Spiel eingebunden. In dieser ist der Marktplatz auf dem die Würfelseiten gekauft werden können. Es passt sogar graphisch aneinander.

Außerdem kann der Markt so zusammengeklappt werden und mit einem mitgelieferten breiten Gummiband zusammengehalten werden, dass die kleinen Einzelteile/ die Würfelseiten nicht durcheinanderkommen, egal wie die Box gelagert wird. Dafür gibt es von mir ein großes Lob.
Die Verpackung und das Inlay sind wirklich clever durchdacht.

Alles in Allem hat Dice Forge bei mir einen guten ersten Eindruck hinterlassen. Mir gefällt das Würfelbauen, auch wenn die Würfelseiten etwas schwierig zu ändern sind und ich nicht nur einmal eine Würfelseite durch den Raum geflitscht habe.
Das Thema finde ich nett, aber es ist nicht weiter erwähnenswert. Es passt aber auf jeden Fall zum Spiel.
Die Illustrationen sind schön und passend. Die Verpackung bzw. das Inlay sind wirklich toll.
Bisher hat sich bei mir aber (noch?) kein „Wow-Effekt“ eingestellt. Ich habe mir vielleicht mehr erhofft. Der Glücksfaktor bei dem Spiel ist auch ziemlich hoch. Das stört mich nicht unbedingt, da das bei einem Würfelspiel dazugehört. Trotzdem ist es für ein Würfelspiel dann doch ziemlich lang. Mit ca. 45 Minuten ist es kein kurzes Spiel. Trotzdem spielt es sich gefühlt recht flott. Ihr merkt vielleicht, dass ich hin und her gerissen bin.

Ich glaube aber, dass das Potenzial durchaus da ist und bin gespannt auf unsere nächsten Partien. Dann auch mal mit den anderen Karten und mehr Spielern.

Brettspiel · Ersteindruck

Ersteindruck: Onitama

Das neueste Spiel in unserer Spielesammlung ist Onitama von Pegasus Spiele.

Onitama Box klein

Verlag: Pegasus Spiele
Autor: Shimpei Sato
Spieleranzahl: 2
Alter: 10+
Zeit:15- 20 Minuten

 

 

Das Zwei-Spieler-Spiel von Shimpei Sato ist schnell gelernt und ebenso schnell gespielt.
„Ein einfaches und elegantes Spiel über taktische Kampfkunst.“, verspricht uns die Spielverpackung.
Das hat das Spiel in unseren ersten fünf Spielen auch erfüllen.

Onitama erinnert während des Spielens tatsächlich sehr an Schach. Obwohl es natürlich gleichzeitig nicht viel damit zu tun hat. Auf der schön gestalteten und sehr wertigen Spielmatte, die als Spielfeld fungiert, befindet sich ein 5×5 großes Feld, auf dem in den Farben rot und blau je ein Lehrmeister und 4 Schüler gegenüber Platz finden.

Dazu sind in jeder Partie 5 der insgesamt 16 Bewegungskarten im Spiel, die für die Bewegungen genutzt werden können. Jeder Spieler bekommt je zwei zufällige Bewegungskarten und eine Bewegungskarte wird rechts neben das Spielfeld (vom Startspieler aus gesehen) gelegt. Startspieler wird derjenige Spieler, dessen Farbe auf der fünften Karte farbig unten rechts in der Ecke angezeigt wird.

Der Rest ist denkbar einfach und trotzdem erstaunlich denkintensiv. Die Spieler sind abwechselnd an der Reihe und spielen eine ihrer Bewegungskarten mit einer beliebigen ihrer Spielfiguren aus. Dabei gelten lediglich die Regeln, dass die Figuren das Spielfeld nicht verlassen und nicht auf eigenen Figuren stehen bleiben dürfen. Wenn die Figuren aber auf ein Feld mit einer gegnerischen Figur ziehen, kommt diese Figur aus dem Spiel. Der Spieler gewinnt, der zuerst den Lehrmeister des gegnerischen Spielers besiegt oder mit seinem eigenen Lehrmeister das mittlere Feld, den Tempel, der gegnerischen Spielerseite betritt.

Onitama Figuren blau

Viel Grafik ist nicht zu bewundern, aber die Karten sind schlicht und trotzdem ansprechend gestaltet. Die Flavour- Texte sind liebevoll ausgesucht. Da ich der japanischen Schriftzeichen nicht mächtig bin, kann ich nicht bewerten, ob diese richtig sind bzw. was diese bedeuten. Sie sehen den jeweiligen Tieren aber verdächtig ähnlich. Egal wie, sie sind wirklich sehr schön und passend. Ich persönlich finde die asiatischen Schriftzeichen immer beeindruckend und schön anzusehen. Die Matte, ist wie schon erwähnt, schön gestaltet. Die Figuren fand ich persönlich vor allem auf Bildern und in Videos, die ich vorher gesehen hatte, nicht sehr ansprechend. In der Realität sind diese aber absolut in Ordnung, sogar recht schön. Trotzdem ist es nicht mein liebster Stil.

Die Anleitung ist einfach geschrieben und schnell verständlich. Auf wenigen Seiten werden die wenigen Regeln erklärt (mein Mann las diese zuerst und erklärte mir die Regeln).
Positiv hervorzuheben ist auch noch die Spielschachtel. Diese hat ein ungewöhnliches hohes Format mit einem Magnetverschluss. Wenn man diese aufklappt, kommt ein sinnvoll gestaltetes schönes Inlay zum Vorschein und verdient eine lobende Erwähnung.

Onitama Box eingeräumt

Mich konnte Onitama bisher überzeugen. Die kurzen Spiele sind denkintensiv und trotzdem einfach. Die Entscheidungen halten sich in Grenzen, trotzdem muss der Überblick behalten werden. Außerdem kann (und sollte) immer ein Stück vorausgeplant werden, da klar ist welche Bewegungskarte man als nächstes erhalten wird. Im Weiteren kann zumindest mitbedacht werden welche Karten der Gegner spielen kann und welche möglicherweise für ihn Sinn macht.

Onitama Schachtel

Ihr seht: Onitama ist ein abstraktes Spiel, bei dem Vorausplanung durchaus Sinn macht und gleichzeitig nicht zu weit führt, da eben die Aktionsmöglichkeiten eingeschränkt sind und auch davon abhängen, welche Karten der Gegner als nächstes wählt.

Für mich ist das Spiel bis jetzt ein Treffer und es hat uns auf jeden Fall bislang viel Spaß gemacht. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir noch viele Partien spielen werden und sehe auch, dass man mit entsprechender Erfahrung in dem Spiel viel besser werden wird. Ich freue mich schon darauf und hoffe auch noch auf eine volle Rezension, in der ich euch sagen kann, ob das Spiel auch auf längere Zeit Spaß gemacht hat. Ich muss allerdings zugeben, dass dieser Ersteindruck etwas länger geworden ist, als gedacht und schon sehr nah an eine Rezension rankommt. Aber der „Langzeitspaß“ zumindest wird darin noch eine zusätzliche Erwähnung finden können 😉

Onitama abklatschende Figuren

Brettspiel · Ersteindruck

Ersteindruck: Tempel des Schreckens

Tempel des Schreckens BoxVerlag: Schmidt
Autor: Yusuke Sato
Spieleranzahl: 3 – 10
Alter: 8+
Zeit: 15 Minuten

 

Letzten Mittwoch haben wir, wie schon erwähnt, einen Spieleabend veranstaltet und dort das erste Mal Tempel des Schreckens gespielt.

In Tempel des Schreckens will eine Gruppe von Abenteurern den Schatz aus einem Tempel bergen. Wo kommt der Schrecken her fragt ihr euch? Nun plötzlich wird die Gruppe Abenteurer, je nach Spieleranzahl, von einigen Wächterinnen infiltriert. Diese sind aber so gut angepasst, dass die Abenteurer nicht so einfach herausfinden können wer denn nun Wächterinnen sind und wer nicht.

Das Ziel der Abenteurer ist einfach: sie wollen den Goldschatz bergen. Dafür müssen sie eine bestimmte Anzahl Goldkarten in 4 Spielrunden finden. Die Wächterinnen wollen das verhindern oder die Abenteurer in die Feuerfallen locken.

Bevor es also richtig losgeht, bekommt jeder Spieler eine Karte auf der ihm angezeigt wird, ob er Abenteurer oder Wächterin ist. Diese muss er natürlich das ganze Spiel über geheim halten. In der ersten der vier Runden werden 5 Karten an jeden Spieler verteilt. Diese Karten sind entweder leere Räume, Räume mit Gold oder Feuerfallen. Jeder Spieler schaut sich seine eigenen Karten an, mischt sie und legt sie verdeckt vor sich aus. Wenn das erledigt ist, muss jeder Spieler etwas zu seinen Karten sagen. Zum Beispiel: „Ich habe zwei leere Räume und zwei Schätze, aber seid vorsichtig ich habe auch eine Feuerfalle!“ Die anderen Spieler entscheiden jeweils, ob sie den anderen Spielern glauben oder nicht. Denn natürlich wird hier nicht unbedingt Jeder die Wahrheit sagen. Der Spieler der dann den goldenen Schlüssel hat, wählt eine Karte eines anderen Spielers und deckt diese auf, dann bekommt dieser Spieler den Schlüssel und wählt eine Karte aus usw. bis so viele Karten aufgedeckt wurden, wie Spieler teilnehmen.
In der nächsten Runde werden die Karten wieder gemischt und vollständig verteilt. Das heißt jedes Mal bekommen die Spieler eine Karte weniger. Spätestens in der vierten Runde haben dann entweder die Abenteurer oder die Wächterinnen gewonnen.

So. Das waren die Regeln und ich habe sie schon wieder komplett erklärt. Dabei wollte ich das gar nicht. Ohje.

Naja. Jedenfalls hatten wir in unseren fünf Spielerunden viel Spaß. Mal war schon früh klar, wer die Wächterinnen sind oder zumindest dachte man dies und sie gewannen trotzdem. Oder die Abenteurer hatten schon so gut wie gewonnen und scheiterten in der letzten Runde. Oder sie gewannen indem sie sich clever gegenseitig den Schlüssel hin- herschoben und damit die geforderten Gold-Räume aufdeckten.

Ich muss sagen, dass ich überrascht war. Hauptsächlich weil ich vorher noch nichts davon gehört hatte. Schande über mich. Denn ich mag Spiele mit Verräter- Mechanismus. Dazu noch Bluffen und schnelles Spielen und ich bin wirklich begeistert.
Schade, dass man solche Spiele nur in größeren Gruppen spielen kann. Ich hoffe, dass wir bald nochmal eine große Gruppe zusammenkriegen, um es wieder zu spielen.

 

Brettspiel · Ersteindruck

Ersteindruck: 5-minute dungeon – wahre Helden gegen die Zeit

                                    Verlag: Kosmos
Aklein 5 minute dungeonutor: Connor Reid
Illustrator: Alex Diochon
Spieleranzahl: 2- 5
Alter: 8+
Zeit: 5 Minuten pro Boss
Jahr: 2017

Heute habe ich das erste Mal 5-minute dungeon gespielt. Es war ein 2-Spieler- Spiel auf der Stufe Lehrling, das heißt der einfachsten Stufe, gegen alle 5 Bosse.

In 5-minute dungeon kämpfen die Spieler in, Überraschung, 5 Minuten in einem Dungeon gegen verschiedene Gegner bzw. sie müssen gemeinsam, kooperativ, Hindernisse überwinden. Am Ende steht dann ein Boss-Gegner und dann ist die erste Runde geschafft.
Es gibt dabei 3 Schwierigkeitsgrade und 5 Helden, die gespielt werden können. Im 2-Spieler- Spiel spielt jeder Spieler einen Helden, aber mit 2 Karten- Sets, also 80, statt 40 Karten.

Die ersten beiden Runden waren problemlos und entspannt in den 5 Minuten zu schaffen. Danach wurde es durchaus hektischer und wir mussten uns besser koordinieren.
Das erste Spiel… oder die ersten Spiele? Wie zählt man hier die Spiele? Jedenfalls hat es viel Spaß gemacht.

Der erste Eindruck ist alles in allem sehr positiv. Es ist ein schnelles Spiel, bei dem man für kurze Zeit sehr aufmerksam sein muss und es durchaus auch mal hektisch werden kann. Die Grafik ist ansprechend und die einzelnen Karten durchaus witzig. Ich muss mir die Karten nochmal angucken, wenn ich nicht gegen die Zeit kämpfe und dafür keinen Blick habe 😉

Alles Weitere wird sich nach einigen mehr Spielen zeigen.